Turmpost #3, Juli 2020

Regional verankert & beliebt:

Unter dem Motto „regional verankert & beliebt“ starten wir gemeinsam mit unserem Dachverein Liestal Tourismus eine neue Newsletterserie und stellen Ihnen heimische Lieferanten & Dienstleister vor.

Zum Auftakt haben wir uns in der Produktionsstätte der Traditionsmarke „Gasparini“ in Münchenstein BL gleich selbst ein Bild verschafft.

Betriebsleiter Orlando Hügli erzählt im folgenden Interview über die Geschichte, die Handwerkskunst und das Rezept, das die beliebten Stängeli & Cornets so gut macht. 

Viel Vergnügen beim Lesen!


Tradition & Profession – ein Duett mit Zukunft

Interview vom 17. Juni 2020 mit Betriebsleiter Orlando Hügli

Herr Hügli, danke für Ihre Bereitschaft unsere Newsletterserie zu unterstützen!
Sehr gerne und ein Dankeschön an Sie für die Anfrage! Wir unterstützen Aktivitäten, die das regionale Gewerbe stärken immer gerne. 

Wie Sie sagen, sind Sie ja auch lokal sehr verankert. Erzählen Sie uns etwas mehr zu Ihrer Geschichte?
Unsere Geschichte beginnt im Jahre 1952 als Fritz Müller eine Glacemanufaktur gründete und schon damals mit seinen Kreationen wie dem Zolli-Cornet (seit 1954) und dem Bananen-Schoggi-Stängeli, seit 1960, Klein & Gross begeisterte. Nach einem tödlichen Unfall übernahm 1980 die Familie Gasparini und führte das Unternehmen unter eigenem Namen weiter.

Im Jahr 2002 musste eine Nachfolgelösung gefunden werden. Mit der gaw, Gesellschaft für Arbeit und Wohnen ist dies gelungen und Gasparini wurde als Marke in den Verein der gaw integriert. Die gaw ermöglicht Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen den Schritt zurück in die Arbeitswelt, oder unterstützt diese in ihrer Entwicklung zu mehr Selbstbestimmung und einer Verbesserung der Lebensqualität. So bieten wir auch in der Glacemanufaktur begleitete Arbeitsplätze an und leisten mit fachlichen Ausbildungen einen Beitrag für einen erfolgreichen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt. 

Als Gasparini wollen wir jedoch mit unserem Brand und unseren Produkten & Dienstleistungen überzeugen.  Umso mehr freut uns, dass wir in den letzten 10 Jahren stetig gewachsen und seit 2018 auch FSSC-zertifiziert sind. 

Zu diesem Wachstum beigetragen haben sicherlich auch die Einführung unserer Becher-Linie und die Bio-Linie, die wir seit rund 6 Jahren anbieten.

Herzliche Gratulation an dieser Stelle zu 60 Jahren Bananen-Chocolat!

Definitiv ein grosser Meilenstein für Gasparini. Was ist das Besondere an diesem beliebten Stängeli?
Besonders ist sicherlich die Herstellung mit einer «125g-Butterbälleli»-Form. Was damals schon fast Pioniercharakter hatte, führen wir noch heute weiter. Die Maschine wurde selbstverständlich leicht modernisiert, ist aber nach wie vor rein mechanisch betrieben und tut verlässlich ihren Dienst für die Stängeli, die uns so liebevoll an unsere Kindheit erinnern.

Übrigens, auch alle anderen Glaces werden bei uns handgemacht – von der Rezeptur bis zur Verpackung!

Für den feinen Geschmack unserer Glaces ist natürlich auch die Textur ausschlaggebend. Dazu gilt es Milch, Zucker, Fruchtmark oder ein Aromagebender Rohstoff im richtigen Verhältnis zusammen zu bringen. Unsere Zutaten beziehen wir wo immer möglich regional oder innerhalb der Schweiz. Letztendlich ist es das Wasser, welches gefriert und die Mischung zur Glace macht…am Schluss kochen eben alle mit Wasser (lacht). 

Unsere Glace ist aber immer auch ein Erlebnis! Es beginnt schon bei der Verpackung und endet mit dem langanhaltenden Schmelz. Hier spielt auch der Anteil Luft in der Glace eine Rolle.

Also ist eine schlechte Glace nicht mehr als «heisse Luft»?
Das haben Sie jetzt gesagt…(schmunzelt) Aber ja, je weniger Luft desto mehr Glace. Eine Qualität, die ihr Geld wert ist.

Kann ich als Privatperson denn Ihre Glaces auch kaufen?
Ja, wir betreiben hier in Münchenstein einen kleinen Fabrikladen. Unser Hauptgeschäft ist jedoch die Belieferung von Geschäftskunden aus Gastronomie, Fach- & Detailhandel.

Gibt es Neuigkeiten in Ihrem Sortiment, die wir diesen Sommer geniessen dürfen?
Wir überzeugen weiterhin mit unseren Klassikern und unserem breiten Angebot. Unser Sortiment wird mit gewohnt gutem Inhalt in neuem Kleid erscheinen, wo wir Wert legen auf besondere Details.

Und zum Schluss noch eine persönliche Frage: Mit welcher prominenten Persönlichkeit möchten Sie gerne mal eine Gasparini-Glace essen?
Ganz klar, Roger Federer. Ich denke, er passt gut zu uns: sympathisch, unaufgeregt und mit einer gesunden Portion Understatement.

Herzlichen Dank, Herr Hügli, für diese spannenden Einblicke! Wir freuen uns auf weiterhin tolle Zusammenarbeit und unsere Gäste auf Ihre feinen Glaces in der Turmwirtschaft! 

Herausgeber: Verein Liestal Tourismus, Wirtschaftskommission Turmwirtschaft Aussichtsturm
Redaktion: Simone Wunderlin, Vorstandsmitglied Wirtschaftskommission & Geschäftsführerin www.wunderteller.ch

Bildmaterial nach dem Interview erhalten von Orlando Hügli